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Fasnet

Stolz sind die Mühlheimer auf eine ganz besondere Tradition. Die Stadt gilt als Hochburg der alemannischen Fasnet, im Narrenbrunnen in der Oberstadt kommt dies zum Ausdruck. Am schmotzigen Donnerstag wird der Narrenbaum gesetzt. Am Samstag findet der Zunftball für Mitglieder der Narrenzunft statt.

Einzigartig ist das althergebrachte Rügespiel sagt er. Am Fasnetmontagmorgen um 9.00 Uhr werden von einem Vorsänger in Frack und Zylinder singend Missgeschicke und Torheiten von Mühlheimer Bürgern in gereimter Versform öffentlich kundgetan. Das Rügespiel ist älter als 100 Jahre. Die Idee dazu hatte der Uhrmacher Balthasar Leibinger. Bei einem Besuch seiner Schwester in Berlin hatte er ein Couplet gehört, in dem es hieß: in Berlin, sagt er, ist es schön, sagt er.

Melodie und die Strophenform für den Text gefielen dem Mühlheimer so gut, dass er sich einfach für einen Rügegesang bei der Fasnet zu Hause übernahm. 1892 zog Leibinger zum ersten Mal durch die Stadt und verkündete, was ihm während des Jahres alles aufgefallen war. Aus dem einstigen Ein-Mann-Gesang Leibinger`s ist inzwischen ein Massensingen entstanden, an dem sich mehr als 200 Mitwirkende beteiligen. Alle tragen weiße Hemden und eine schwarze Zipfelmütze auf dem Kopf. Ihre Gesichter sind mit Mehl eingepudert.

Zum Rügespiel sind nur Männer zugelassen. Die 16 Verse jedes Rügespiel werden an sechs Stellen im Stadtgebiet vorgetragen. Das Ritual ist immer dasselbe. Nach jeder Zeile eines Verses singt der Narrenchor sagt-er. Dazu stemmen die Sänger die Hände in die Hüften und nicken mit dem Kopf, womit die Bedeutung des Vortrags betont wird. Nach jeder Strophe drehen sich die Sänger paarweise im Kreis und trällern: Tiralalala, tiralalala. Das gesamte Rügespiel dauert eineinhalb Stunden. Mittags folgt dann um 14.00 Uhr ein Fasnetsumzug durch die Straßen und Gassen der Oberstadt.

 

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