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Bürgerhaus

Altes und Modernes in Harmonie


so berichtet die Schwäbische Zeitung in einer Sonderveröffentlichung zur Einweihung des Bürgerhauses

In gut neunmonatiger Bauzeit ist das einstige Rats- und Schulhaus in liebevoller und detailgetreuer Arbeit saniert und modernisiert worden. Jetzt steht es der gesamten Einwohnerschaft als Veranstaltungs- und Ausstellungsgebäude zur Verfügung. Im Erdgeschoss ist die Freiwillige Feuerwehr Abt. Stetten untergebracht. Ca. 500.000 Euro wurden in die gesamten Umbau- und Sanierungsarbeiten investiert, von denen ein Drittel im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum durch das Land Baden-Württemberg bezuschusst wurden.

Vorangegangen waren im Jahr 2000 Überlegungen und Diskussionen über den Erhalt oder den Abriss des Gebäudes, nachdem im Zuge der Malerarbeiten an der Außenfassade festgestellt wurde, dass große Teile der rückwärtigen Front vom gemeinen Hausschwamm befallen waren.


 

 

Nach intensiven Beratungen hatten sich Gemeinde- und Ortschaftsrat für den Erhalt des einstigen Rathaus- und Schulgebäudes ausgesprochen.

Erstmals erwähnt wird das Gemeindehaus 1797, wobei aus Berichten um die Mitte des
19. Jahrhunderts zufolge die Schule 1783 - 1790 schon immer in diesem Gebäude gehalten wurde. Das Gebäude diente nicht nur schulischen Zwecken. Um 1810 durften sich die alten Ortsarmen darin aufhalten und wärmen. 1828 beschlossen die bürgerlichen Gremien das Gemeindehaus zu erweitern. Im folgenden Jahr wurde ein weiteres Stockwerk aufgesetzt und dort eine Lehrerwohnung eingerichtet. 1831 waren die Umbauarbeiten abgeschlossen, das Schulzimmer bot 40 Kindern Platz. 1851 waren es aber bereits 59 Schüler und die Zahl stieg ständig weiter. Zunächst verfiel der Gemeinderat auf die Idee, den Ökonomieteil des Schulhauses auszubauen. Im Frühjahr 1891 kaufte die Gemeinde jedoch die alte Kirche (das jetzige Rathaus) von der Kirchenstiftungspflege, ließ Chor, Sakristei und die dicken Außenmauern bis auf Stockwerkshöhe abbrechen und auf den alten Grundmauern eine neue Schule errichten. An Stelle, wo der Hochaltar stand, wurde ein Gärtchen angelegt und ein Steinkreuz aufgestellt, das jedoch bei einer späteren Sanierung des Gebäudes auf die landwirtschaftlichen Hochflächen in Althangen versetzt wurde und nunmehr, nachdem der Fridinger Steinmetz Willi Bucher das Steinkreuz restauriert hat, wieder in die Ortsmitte zurückgeholt und jetzt die Gartenanlage des Bürgerhauses schmückt. Ab 1911 wurde das Gebäude als Feuerwehrmagazin, die oberen Stockwerke zu Wohnzwecken genutzt.


 

Großen Wert legte das Architekturbüro Binder aus Tuttlingen auf die Erhaltung von Struktur und Bausubstanz, soweit es möglich war. Dachstuhl Neben der Entfernung des Hausschwamms erfuhr das Gebäude auch statische Veränderungen. Dabei wurde auf eine harmonische Verbindung von Alt und Neu, Historischem und Modernem geachtet. Die Wände der ersten beiden Stockwerke wurden an verschiedenen Stellen so beschaffen, dass das ursprüngliche Fachwerk zu sehen ist. Im zweiten Obergeschoss ist ein Veranstaltungsraum untergebracht. Die Balken des Dachstuhl wurden sandgestrahlt, so dass dieser Bereich offen gestaltet werden konnte.

Am 5./6. Juni 2004 konnte das Bürgerhaus im Rahmen eines groß angelegten Festes seiner Bestimmung übergeben werden.

 

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