Die Wärmewende ist in vieler Munde. In Mühlheim wird diese konkret mit Leben erfüllt. Die Badenova Wärmeplus hat dieser Tage mit einem besonderen Projekt begonnen: das Unternehmen wird zusammen mit dem Sägewerk Maurer und der Stadt Mühlheim Abwärme aus Holzresten für das regionale Fernwärmenetz erzeugen. Die Abwärme entsteht durch die Verbrennung von Holzresten, die direkt im Sägewerk Maurer anfallen – das schont Ressourcen und sichert langfristig die Wärmeversorgung. Zu Wochenbeginn haben die Bauarbeiten für die rund 950 m lange Fernwärmeleitung vom Bestandsnetz in der Jahnstraße bis zum Sägewerk begonnen. Bis Ende Oktober sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Die badenova Wärmeplus und die Familie Maurer vom gleichnamigen Sägewerk sind eine Energiepartnerschaft eingegangen. Das Sägewerk Maurer betreibt seit dem Jahr 2022 zur Holztrocknung einen Holzhackschnitzelkessel auf dem Betriebsgelände. Diese Anlage lässt sich um eine zweite weitestgehend baugleiche Anlage erweitern. Die Anlage wird ausschließlich aus Holzresten des Sägewerkbetriebs gespeist. Zahlreiche LKW-Fahrten entfallen zukünftig, da die Reste aus der Holzverarbeitung zukünftig vollständig im Bereich des Sägewerks verbleiben.
Um zusätzliche Wärme den Kunden in der Vorstadt zur Verfügung zu stellen, wird eine Übergabestelle auf dem Betriebsgelände der Firma Maurer errichtet sowie eine Transportleitung zwischen Sägewerk und dem Bestandswärmenetz gebaut. Bisher werden 90 Kunden mit Nahwärme versorgt. Die Netzlänge erweitert sich auf ca. 7,7 Kilometer. Die Bauherrschaft für die zweite Wärmeerzeugungsanlage im Bereich des Sägewerks liegt bei Familie Maurer. Die Übergabestation sowie der Leitungsbau liegt bei der badenovaWärmeplus. Neben der gesteigerten Erzeugerkapazität, lässt sich so der erneuerbare Anteil auf mehr als 90 % erhöhen. Die badenova interne Zielsetzung lautet, dass sämtliche Nahwärmenetze ab dem Jahr 2035 rein mit erneuerbaren Energien und damit CO2 neutral betrieben werden. Der bisherige erneuerbare Anteil ist mit gut 60 % über Holzhackschnitzel und Biomethan vergleichsweise hoch.
Mit der Großinvestition der beiden Energiepartner wird eine Kernempfehlung des im vergangenen Jahr vom Gemeinderat verabschiedeten kommunalen Wärmplans umgesetzt: das zum Jahresende 2012 erstmals in Betrieb genommene Nahwärmenetz wird nachverdichtet, erweitert und auf eine möglichst klimaneutrale Wärmeerzeugung umgestellt. Der bisherige Standort für die Wärmeerzeugung im Hallenbad wurde im vergangenen Jahr bereits umfunktioniert zur Erdgas-Spitzenlastzentrale und dient so vor allem zur Absicherung der Wärmeversorgung. Die Anlieferung der Holzhackschnitzel beim Schwimmbad entfällt dadurch vollständig. Der Standort bei der SKF in der Bahnhofstraße wird entsprechend des Wärmebedarfs weiterhin genutzt.